Einblicke
Eugen Rosenstock-Huessy im Radio

 

Mittwoch, 25. August 2010, DLF Kultur


«Vor 90 Jahren: Nach der Schließung des Daimler-Werks in Stuttgart-Untertürkheim erscheint die letzte Ausgabe der Werkzeitung»

 

Eugen Rosenstock-Huessy hatte das Angebot, als Rechtsgelehrter an der Weimarer Verfassung mitzuarbeiten. Stattdessen entschloß er sich, bei Daimler in Stuttgart-Untertürkheim die erste Werkzeitung Deutschlands zu gründen.

 

Ein Gespräch mit dem Vorstandsmitglied der Daimler-Motoren-Gesellschaft, Dr. Paul Riebensahm, im April 1919 hatte den Weg freigemacht. Zwischen Juni 1919 und August 1920 erschienen 19 Ausgaben der Daimler-Werkzeitung. Eugen Rosenstock-Huessy wollte den Arbeitern nach den Erschütterungen des Ersten Weltkrieges wieder eine Sprache geben und die klassische Kluft zwischen ihnen und der Werksleitung überbrücken.

 

Die Zeitung verstand sich beileibe nicht als ein PR-Organ der Werksleitung. Eugen Rosenstock-Huessy lehnte es sogar ab, daß sein Name auf der Gehaltsliste von Daimler erscheint, und schrieb selber nur unter Pseudonym. Auch inhaltlich wurden nicht nur interne Themen aufgenommen. Neben Beiträgen über Metallverarbeitung erschienen auch Artikel zu ausgewählten Kunstwerken und zur Architektur neuer Reihenhaussiedlungen.

 

Im August 1920 besetzten radikalisierte Arbeiter das Daimler-Werk in Untertürkheim. Das Werk wurde vorübergehend geschlossen, die Werkzeitung war am Ende. – Diesem Ereignis vor 90 Jahren widmete sich der Beitrag des Deutschlandfunks / Deutschlandradios Kultur.


Das Manuskript der Sendung finden Sie über diesen Link.


 

Ein schöner Überblicks-Artikel zum Thema:

Die Daimler-Werkzeitung von 1919 bis 1920

 

 

Lothar Mack

CH-Thalheim, den 17. August 2010

aktualisiert am 25. August

 

 
Eckart Wilkens: "Zwölf Worte" - eine Einführung


Anhand von 12 markanten Zitaten aus dem sehr umfangreichen Werk Rosenstock-Huessys können sich einem die Schwerpunkte seines Denkens und seiner Biografie erschließen.

 

Eugen Rosenstock-Huessy lebte von 1888 bis 1973 und hat ein vielstimmiges Leben, Lehren und Wirken in seine in deutscher und englischer Sprache veröffentlichten Bücher übersetzt. Um davon einen Begriff zu geben, sind hier zwölf Worte zusammengelesen, die die ganze Spanne seines öffentlichen Sprechens von 1910 bis 1968 (mit einem Rückblick auf 1906) umfassen.

Motiv der Auswahl war es, den Zwölfton des Geistes, wie er ihn in einem seiner Hauptwerke, der Soziologie in zwei Bänden 1956/1958 (Band II, S. 57-91), dargestellt hat, als an seinem eigenen Leben, Lehren und Wirken erwiesen zu finden.


Die ersten vier Aussagen in der untenstehenden Reihe tragen die Nummern 12 bis 9, werden hier aber vorangestellt, weil auf ihnen das Hauptgewicht dessen liegt, was Rosenstock-Huessy zu sagen hat. Es folgen hier also zunächst die Töne 12 Stifte, 11 Prophezeie, 10 Lehre und 9 Regiere.

 

In einem kurzen Satz fasse ich zusammen, was ich als Kern der jeweiligen Botschaften vernehme.

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